Netzwerk Münchner Theatertexter*innen

Das Netzwerk der Münchner Theatertexter*innen soll allen Künstler*innen eine Plattform bieten, die für das Theater schreiben.

Über uns

Was ist das Netzwerk?
Das Netzwerk der Münchner Theatertexter*innen soll allen Künstler*innen eine Plattform bieten, die im Rahmen von Theaterprojekten Texte selbst entwickeln. Hierzu treffen wir uns einmal im Monat im HochX und diskutieren dort gemeinsam über selbstverfasste Texte. Daneben organisieren wir Fortbildungen, in welchen das Potential von Sprache und Text in zeitgemäßen Produktionskontexten debattiert werden soll. Ein weiteres Anliegen ist es, durch die regelmäßige Organisation von Lesungen den Theatertext auch innerhalb der Münchener Kulturlandschaft unter neuen Vorzeichen präsent zu machen.  
Für wen ist das Netzwerk?
Unser Netzwerk richtet sich sowohl an Autor*innen, die Theatertexte selbst schreiben, als auch an alle Dramaturg*innen, Schauspieler*innen und Regisseur*innen, die in ihren Arbeiten Texte selbst verfassen. Wir suchen Künstler*innen aller Sparten, bei denen die Textentstehung Teil des Arbeitsprozesses ist – egal ob sie nun Dramen, Performances, Dokumentartheater oder andere Formen entwickeln. Grundsätzlich fordern wir keineswegs die Rückkehr zu einem Dramatiker-Theater, sondern verstehen Sprache und Text als eines von vielen theatralen Mitteln, die das Theater zu bieten hat. Neumitglieder und Interessent*innen sind stets herzlich willkommen!  
Warum Theatertexter*innen?
Bei dem Begriff der Texter*in geht es uns um die Auflösung einer Unterscheidung zwischen dramatischen, und nichtdramatischen Texten in den darstellenden Künsten. Das zeitgenössische Theater, das viel mit Projektentwicklungen und kollektiven Arbeitsprozessen arbeitet, ist voll von neuen Textgattungen und Entstehungsformen von Text, die man unter dem Begriff „Dramatik“ nicht ausreichend versammeln kann. Der Begriff Texter*innen soll diese Dichotomie von Dramatik oder Nicht-Dramatik auflösen, und erst einmal feststellen: Wir alle kreieren Text, der in irgendeiner Form mit Darstellung verbunden ist. Gerade diese unterschiedlichen Entstehungsprozesse und ihre Einflüsse auf die ästhetische Position und Erscheinung des Textes im Rahmen der Darstellung wollen wir zusammen diskutieren.  
Was kann das Netzwerk?
Das Netzwerk dient der Vermittlung zwischen Theatertexter*innen und Theaterschaffenden in München und im deutschsprachigen Raum. Durch die regelmäßige Schreibwerkstatt soll Theatertexter*innen die Möglichkeit eines Austauschs über die eigenen Texte geboten werden sowie allgemein die Qualität Münchner Theatertexte gefördert werden. Mittelfristig ist es uns zudem ein Anliegen, die kulturpolitische Situation für Münchner Theatertexter*innen verbessern. Da szenisches Schreiben weder an den Theater-Akademien noch an der Universität gelehrt wird, gilt München – im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten – nicht als Stadt der Theaterautor*innen. Im Bereich der Darstellenden Künste ist der Theatertext neben Tanz und Performance kaum präsent. Auch werden für Textentwicklungen kaum öffentliche Fördermittel vergeben, solange sie nicht im Rahmen einer Theaterproduktion stattfinden. Den Münchner Förderpreis für deutschsprachige Dramatik hat seit seiner Gründung 2009 noch nie ein*e Münchner*in gewonnen. Darüber hinaus sind Autor*innen derzeit nur in wenigen freien Gruppen und Theaterkollektiven als Teil des Teams vertreten. Mit unserem Netzwerk möchten wir das Potential von Sprache bei Theaterschaffenden und ihren Rezipienten wieder mehr in den Fokus rücken.

Projekte

Die Theatertexter*innen veranstalten regelmäßig eine Textwerkstatt im HochX, außerdem Fortbildungen, Workshops und Lesungen. Dazu arbeiten wir mit unterschiedlichen Künstler*innen, Häusern und Initiativen zusammen.

Initiator*innen und Mitwirkende

Initiator*innen

Raphaela Bardutzky arbeitete nach dem Abitur zunächst in der Filmproduktion; von 2004 bis 2006 als Produktionsleiterin des Grimme-Preis-Trägers Jens Schanze. Im Anschluss folgte ein Studium der Schauspieldramaturgie an der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Seit 2012 arbeitet Raphaela Bardutzky als freie Theater- und Filmdramaturgin, daneben verfasste sie erste Theatertexte und Erzählungen. Für ihren Theatertext WÜSTLING erhielt sie 2017 das Literaturstipendium der Stadt München.

 

 

Theresa Seraphin ist Dramaturgin und Autorin und lebt in München. Sie studierte Dramaturgie, Komparatistik und Kunstgeschichte an der Theaterakademie August Everding in München sowie an der Kyonggi Universität Seoul. Sie ist Teil des politischen Performance-Kollektivs la SHUT und arbeitet aktuell an dem Theatertext ANGST. Seit März 2018 arbeitet sie außerdem als Dramaturgin an der ARGEkultur Salzburg.

Mitwirkende

 

 

Katrin Diehl studierte an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg und an der Deutsche Journalisten Schule in München. Heute arbeitet sie als Freie Journalistin im Bereich Feuilleton, Kinder- und Jugendkultur und „Menschen“. Sie begleitet Workshops, Ausstellungen, Podiumsdiskussionen und schreibt für Kinder und Jugendliche. Unter ihrer Leitung und dem Motto ‚Theater an die Schulen!‘ entstanden 2013 bis 2016 Klassenzimmerstücke „gegen den Lehrplan gebürstet“, die ihre Truppe ‚Theater Stegreif‘ an weiterführenden Schulen zum Besten gab.

 

Jan Geiger veröffentlicht seit 2013 Prosatexte und dramaturgische Texte in den Anthologien des Deutschen Literatur Institut Leipzig. Theatererfahrung sammelte er unter anderem bei Hospitanzen am Volkstheater München und den Kammerspielen München sowie als Regieassistent am Maxim Gorki Theater, Berlin. Seine Stücke erscheinen unter anderem im Münchner Drei Masken Verlag und wurden unter anderem am Landestheater Coburg aufgeführt. Seit 2012 lebt Jan Geiger in München und leitet seit Juni 2017 die Stelle für HIV-Prävention im SUB, dem Schwulen Kommunikations- und Kulturzentrum München.

 

Benno Heisel arbeitet seit 2011 arbeite ich als Regisseur, Autor, Dramaturg, Schauspieler und Musiker in verschiedenen Konstellationen, u.a. als Mitglied des Kollektivs Fake to Pretend. Er studierte Dramaturgie, Neuere deutsche Literatur und Philosophie an der Theaterakademie August Everding, der LMU München und der University of Leeds und war u.a. als Assistent am Bayerischen Staatsschauspiel tätig. Seit der Spielzeit 16/17 ist er Teil des Leitungsteams von HochX Theater und Live Art. 2018 erarbeitete er die Musik für die Tanz-Produktion WAIGNEDEH / MORGEN von Taigué Ahmed. http://www.bennoheisel.de/

 

Lisa Jeschke und Lucy Beynon (London) entwickeln und zeigen seit 2008 zusammen Performances, zuletzt die Trilogie David Cameron [a theatre of knife songs] (2013; Shit Valley, 2015), The Tragedy of Theresa May (2016; Tipped Press, 2018) und The Decline and Fall of the Home Office (2018; in München: schamrock-Festival, 28. Okt. 2018). Aufführungen bisheriger Arbeiten u.a. Edinburgh Fringe Festival, Serpentine London, DISKURS Festival Gießen, 100° HAU, usw. http://lisajeschkelucybeynon.blogspot.com/

 

Amahl Khouri ist eine aus Jordanien stammende Dokumentar-Theatermacherin und Dramaturgin mit Lebensmittelpunkt in München. Sie ist die Autorin diverser Theaterstücke, unter anderem „No Matter Where I Go“ (Beirut 2014) und „She He Me“, das 2016 in den Münchner Kammerspielen aufgeführt wurde. Für Ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Rosenthal Emerging Voices-Stipendium (PEN/USA). Ihre Arbeit wurde in verschiedenen US-amerikanischen Magazinen und der International „Perspectives on Where Performance Leads Queer anthology“ veröffentlicht.

 

Laura Linde absolvierte bis 2011 ihr Schauspielstudium am Konservatorium Wien. 2011 erhielt sie für das Soloprogramm ‚Die Macht der Sprache. Was macht die Sprache‘ zu Kleist/Penthesilea ihren Bachelor. Es folgten diverse Engagements an deutschen und österreichischen Theatern. 2013 feierte ihr Kinderstück Von der kleinen Ewigkeit seine Uraufführung in Altusried.

 

Rea Mair lebte in Paris, machte Theaterprojekte in Indien, Nepal und Senegal. Sie studierte Komparatistik, Ethnologie und Theaterwissenschaft in München sowie Literarisches Schreiben in Hildesheim. Ihre Arbeit reicht von theaterpädagogischer Konfliktbearbeitung über Forumtheater bis hin zu Performances. Außerdem arbeitet sie aktuell an einem Roman.

 

Barbara Te Kock schreibt Drehbücher für Arthouse Kinofilme, neuerdings Serien, und Theatertexte. Nach einer einjährigen Fotoassistenz bei der renommierten Fotografin Herlinde Koelbl studierte sie Soziologie, Theaterwissenschaft, Neuere Deutsche Literatur und Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit 2003 ist sie als Dramaturgin, Regisseurin und vor allem Autorin in der freien Theaterszene tätig und war in Basel, Wien, Köln und München im Team mit Philine Velhagen (velhagen/tekock)erfolgreich mit Theaterprojekten vertreten.(Schauspielhaus Wien, Drama X Wien, Spielart Festival München, Muffathalle München, Pathos Theater München, Drama Köln). 2008 war sie Stipendiatin der Drehbuchwerkstatt München an der Filmhochschule München und schreibt seitdem Drehbücher. Ihr dort entstandenes Drehbuch UND MORGEN MITTAG BIN ICH TOT wurde mit dem Tankred Dorst Preis nominiert, im Herbst 2012 verfilmt, auf zahlreichen Festivals gezeigt und mit ebenso vielen Preisen ausgezeichnet. Seit 2017 versucht sie zusätzlich wieder als Theaterautorin Fuß zu fassen und hat großen Spaß daran.

 

Carmen Schnitzer studierte bis 2001 Theaterwissenschaften an der Friedrich-Alexander- Universität Erlangen-Nürnberg (M.A.) und arbeitet als freie Journalistin und Romanautorin (‚Die andere Haut‘) in München. Ab 2013 unterstützte sie den Theatermacher Lars-Keke Altemann als Co- Autorin und Regieassistentin. 2015 schrieb sie ihr erstes Stück Löwenzahn, eine Tragikomödie, die im Keller der kleinen Künste uraufgeführt wurde.

 

Ayna Steigerwald, geboren in Brüssel, studierte Literatur-/Theaterwissenschaften an der LMU München. Sie ist u.a. Veranstalterin
der Lesereihe ‚Liaison‘ im HochX. Sie schreibt v.a. Lyrik und arbeitet als Dramaturgin in der freien Szene. 2016 wurde ihr erster Theatertext Warten auf Morgen im Rationaltheater uraufgeführt. https://aynausw.wordpress.com/

 

Leander Steinkopf, 1985 geboren, studierte in Mannheim, Berlin und Sarajevo, promovierte schließlich über den Placeboeffekt. Er arbeitet als freier Journalist für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“, veröffentlicht literarische Essays im „Merkur“ und schreibt Komödien für das Theater. Er lebt in München. Für sein Debüt “ Stadt der Feen und Wünsche“ wurde er für den Kranichsteiner Literaturförderpreis und für den Ulla-Hahn-Autorenpreis 2018 nominiert. https://www.hanser-literaturverlage.de/autor/leander-steinkopf/

 

Anlis Spitzauer ist unter dem Namen ‚Lilly3,50‘ als Spoken-Art- Performerin aktiv. Zusammen mit ihrer Bühnenpartnerin (GoschART/Elfie Kriester) tritt sie unter dem Namen: ‚De Schaug O!‘ mit abendfüllenden Programm (‚Fang ma O!‘) auf. Sie schreibt ihre eigenen Performance- Texte und auch Theaterstücke.

 

Idun Zillmann studierte Kommunikations-, Film- und Theaterwissenschaft. Sie spielt schon lange mit Wortgebilden – mal als Journalistin, mal als Autorin von Kurzgeschichten und Drehbüchern. Sie bietet außerdem dramaturgische Beratung für Filme und interaktive Medien an.

Termine

Die nächsten Textwerkstätten, Workshops, Lesungen etc. Bei Interesse bitte unter theatertext.muc@gmail.com anmelden. Textwerkstatt: 20.11., 19.12. jeweils um 18h im HochX